So züchte ich: Schlangenkopffische

Carsten Ziemke                                                    Fotos: Carsten Ziemke

Viele Aquarianer suchen interessante ungewöhnliche Fische für ihre Heimaquarien.. Eine besondere Faszination üben urweltliche Arten wie Flösselhechte, Lungenfische, Kiemenschlitzaale und neben einigen anderen eben auch Schlangenkopffische aus. Das abenteuerliche Aussehen, die versteckte Lebensweise und das entwicklungsgeschichtliche Alter dieser Fische spielt für das Interesse an diesen Tieren eine große Rolle.

Die Gattung Channa umfasst ca. 40 Arten. Aus Asien kommt der größere Anteil an Arten. Die wenigen afrikanischen Vertreter sind bei einigen Autoren inzwischen in die Gattung Pseudochanna umbenannt wurden. Bei Urlaubsreisen in deren Heimatgebiete kann man Schlangenkopffische auf jedem Markt erstehen. Sie werden dort als Speisefische gehandelt. Aber es gibt durchaus auch einige kleinbleibende Arten (nicht jeder empfindet 20 - 30 cm als klein), die für das größere Zimmeraquarium geeignet sind. Neben dem allgemein bekannten Dunkelbäuchigen Schlangenkopffisch Channa obscura  mit 35 cm sind vor allem Channa orientalis, C. gachua, C. bleheri und C. punctata mit Längen um die 20 cm potentielle Aquarienpfleglinge. Diese genannten Schlangenkopffische sind in Beckengrößen ab 1 m Länge gut zu halten. An die Wasserwerte werden keine besonderen Ansprüche gestellt. Sie müssen nicht unbedingt naturnah gehalten werden, da Schlangenkopffische oft in stark belasteten Gewässern vorkommen. So sind die normalen Pflegestandards praktikabel, ohne das ein sichtbares Unbehagen zu erkennen ist. Die Temperaturen können sich zwischen 22 - 28 °C bewegen. Schlangenkopffische verbringen den größten Teil des Tages damit, ruhig an einer Stelle auf vorbeischwimmendes Futter zu warten. Dem entsprechend ist das Becken einzurichten. Besonders gern werden Plätze unter schwimmenden Pflanzen aufgesucht. Als Futter

 

wird nur animalische Kost in entsprechender Größe akzeptiert. Ob sich dieses Futter bewegt oder nicht, spielt nur eine untergeordnete Rolle.

Mein erster Schlangenkopffisch war Channa obscura. Um die Menge meiner Guppys einzudämmen, kaufte ich mir drei 5 cm große Exemplare dieser Art. Nach drei Monaten waren meine Guppys alle und meine Schlangenkopffische 2 cm größer. Nun begannen die eigentlichen Probleme. Woher bekommt man geeignetes Futter für diese Fische? In den nächsten zwei Jahren grub ich freiwillig unseren Garten mehrmals auf der Suche nach Regenwürmern um. Auf diversen Wiesen wurde ich von Passanten beim Fang von Wiesenplankton bestaunt. Dabei erfuhr ich nebenbei anschaulich, was auf einer Wiese alles stechen, beißen und kratzen kann. Die relativ einfach zu fangenden Kellerasseln spuckten die Schlangenkopffische nach mehrmaligem Durchkauen wieder aus. In dieser Zeit wuchsen zwei der Tiere auf ca. 20 cm heran, das Dritte beendete in einem unbemerkten Augenblick mit einem unbedachten Sprung über den Beckenrand sein Leben. Äußerliche Geschlechtsmerkmale konnte man den beiden verbliebenen Tieren nicht ansehen. Um einen längeren Sommerurlaub futtermäßig zu überbrücken, besorgte ich mir eine größere Menge Futterfische, die in das Aquarium mit den beiden Schlangenkopffischen kamen. Nach fünf Wochen Abwesenheit stand fest, dass es ein Weibchen und ein Männchen sein muss. Denn es schwammen nun rund 100 Jungfische in dem Becken. Die Elterntiere betrieben eine intensive Brutpflege. Pflegemaßnahmen an und in dem Aquarium wurden stets mit Bissen und einer unweigerlichen Dusche belohnt. Die Jungtiere fraßen zu dem Zeitpunkt bereits Cyclops. Die weitere Aufzucht gestaltete sich einfach.

 

 

 

Channa punctata der punktierte Schlangenkopffisch ist in seinem Verhalten ähnlich wie die oben beschriebene Art. Da er allerdings etwas kleiner bleibt, kann auch das Futter etwas kleiner sein. So sind gefrostete Mückenlarven eine durchaus angenommene Alternative. Bei einer Größe von 16 cm schritten diese Tiere zur Fortpflanzung. Beide   Elterntiere  beteiligen   sich  an   der ebenfalls    intensiven    Brutpflege.   Der

Channa obscura1klein

Channa obscura2klein

Channa obscura3klein

Channa obscura

 

 

Schwarm mit ca. 200 Jungtieren bewegte sich frei durch das Becken, die Alttiere schwammen mit und hielten einen Bereich von 30 cm um den Schwarm von Fressfeinden frei. Die Aufzucht ist genauso unkompliziert wie bei Channa obscura. Das Hauptproblem besteht dann eigentlich die vielen kleinen Schlangenkopffische loszuwerden, da das Interesse anderer Aquariener sich doch in Grenzen hält.

Channa punctata 2klein

Channa punctata 4klein

Channa punctata 1klein

Channa punctata

oberes Bild mit Jungfischen

 

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