Erlöschen des Vereins “Triton” Berlin                                                                     

Der Verein “Triton” Gesellschaft für Vivarienkunde 1888 hat sich zum 30.06.2015 aufgelöst und damit nach 127 Jahren aufgehört zu existieren. Der älteste noch bestehende Aquarienverein Deutschlands ist damit gestorben. Diese Nachricht hat uns sehr betroffen gemacht. Verstärkt wurde die Betroffenheit noch dadurch, dass mit der “Isis”, Gesellschaft für biologische Aquarien- und Terrarienkunde e.V. zu München, gegründet 1894 ein weiterer verdienstvoller Verein seine Auflösung bekannt gegeben hat.

Beide Vereine waren vor allem in der Anfangszeit der Aquaristik führend in Deutschland und bestimmten maßgeblich deren Entwicklung durch ihre Ideen, Beobachtungen und Veröffentlichungen. Sowohl der “Triton” als auch die “Isis” zählten namhafte Wissenschaftler und Aquarianer zu ihren Mitgliedern. Auch unsere “Nymphaea” gehörte zu diesem Kreis der aktiven und prägenden Vereine jener Zeit.

Ich kann mich noch lebhaft an den Silvesterabend im Jahr 1994 oder 1995 erinnern, als ich gegen 19.00 Uhr einen Anruf bekam. “Hier ist Werner Rieck vom “Triton” Berlin. Gibt es denn die Nymphaea noch?” Rieck war seinerzeit Vorsitzender des “Triton”. Ja, es gab sie noch, wenn auch durch die Wirren der Wende geschwächt und um das Überleben kämpfend. Wir hatten uns aus vier vor der Wende in Leipzig existierenden Vereinen zusammengeschlossen, von denen eine - Aqua West - in der Tradition der 1907 gegründeten “Azolla” stand, also einem weiteren Traditionsverein. Der Anruf dauerte seinerzeit mehr als eine Stunde und viele weitere folgten.

Werner Rieck war es dann, der die Laudatio zu unserem 110. Vereinsjubiläum - gespickt mit vielen historischen Zitaten - hielt. Er hatte auch maßgeblich die Gedenkveranstaltung zum 200. Geburtstag von Emil Adolf Roßmäßler am Grabe hier in Leipzig initiiert und vorbereitet, an der er leider durch eine schwere Erkrankung nicht teilnehmen konnte. Durch diese Erkrankung war dann der Kontakt zum “Triton” abgerissen.

Werner Rieck hat aber mein Verständnis für die Geschichte der Vivaristik in Deutschland geweckt. Umso mehr stimmt mich die Auflösung der beiden Vereine außerordentlich traurig. Es ist für unsere “Nymphaea Leipzig 1892” e.V., Verein für Aquaristik als nunmehr ältestem Aquarienverein Deutschlands Verpflichtung, eine solche Entwicklung nicht zuzulassen. Wir haben in unseren Reihen verdienstvolle - aber eben auch ältere - Aquarianer, jedoch auch eine Reihe jüngerer, tatkräftiger Vereinsmitglieder, so dass uns wohl um die Zukunft nicht bange sein muss. Wir werden uns demnächst der Herausforderung unseres 125. Vereinsjubiläums im Jahr 2017 stellen.

Dr. Rainer Hoyer, Vereinsvorsitzender

 

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2015