Der Zwergstichling  Pungitius pungitius  (Linnaeus, 1758)

Text: nach Roland Zitschke                                                                    Foto: Werner Fiedler
         5. Leipziger Auwaldsymposium 2011

t01

Der Zwergstichling kommt im gesamten nördlichen Europa außer Schottland und Norwegen vor. Einst war er auch in der Leipziger Region weit verbreitet und in der Anfangszeit der Aquaristik und noch bis in die siebziger Jahre ein beliebter Aquarienfisch. Dadurch konnten wertvolle Informationen zu seiner Lebensweise und zum Brutverhalten gewonnen werden. Man konnte man ihn in zahlreichen Gräben, Rinnen und auch aufgelassenen Lehmgruben finden. Er ist ein typischer Fisch von Kleingewässern mit einem Bestand an Wasserpflanzen, aber auch von Freiwasserzonen, in denen das Männchen des  Zwergstichlings sein Laichrevier anlegen kann. Es hängt im Pflanzengewirr über dem Boden sein kugeliges Nest auf und verfestigt es durch ein körpereigenes Sekret. Danach lockt es vorbeischwimmende Weibchen hinein, die hier ihre Eier abstreifen Die Zahl der Eier ist nicht sehr groß. Sie verkleben zu einem Laichballen und werden anschließend vom Männchen befruchtet. Auf diese Weise geben zwei bis drei Weibchen ihren Laich ab, der dann vom Männchen aufopferungsvoll bis zum Schlupf betreut wird. Mit dem Freischwimmen verlassen die Jungfische seine Obhut. Die Laichzeit reicht von Anfang April im Frühjahr bis in den August. In dieser Zeit verfärbt sich das Männchen rußig schwarz, während die Weibchen ihre silbergraue Färbung mit einer unscharfen dunkleren Bänderung beibehalten.

Inzwischen gehört der Zwergstichling zu den gefährdeten Arten in Deutschland und auch im Leipziger Raum. Hauptgrund ist die Zerstörung seines Lebensraumes durch Melioration und Verschüttung dieser Rinnen, Gräben und Kleingewässer. Auch im Gebiet der Papitzer Lehmlachen – früher ein sicheres Vorkommensgebiet – ist er inzwischen durch die behördlich angeordnete Trockenlegung in den Sommermonaten aufs höchste bedroht, wenn nicht inzwischen sogar verschwunden. Diese bedauerliche Entwicklung war leider nicht aufzuhalten.

Inhaltsangabe

nächster Artikel