Unser Ehrenmitglied Klaus Breitfeld

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Wie alles so begann … *gekürzt nach Informationsmaterial ZAG Eierlegende Zahnkarpfen 1/1979

Für einen Aquarianer und Freund aller Eierlegenden Zahnkarpfen gibt es nichts Schöneres, als das Einrichten einer neuen Wohnung. Das umso mehr, wenn vorerst die Möbel nicht komplett vorhanden sind. Wenn man weitsichtig veranlagt ist, hat man vorsorglich schon ein oder zwei Aquarien oder Aquarienrahmen in petto, um dann so ganz nebenbei festzustellen, dass man schon etwas für die Wohnung hat. Das soll natürlich nichts Endgültiges sein aber in der Zwischenzeit wäre es doch gar nicht schlecht, wenn die Öde der neuen Behausung mit etwas Leben gefüllt würde. Ist die Familie damit einverstanden (die Argumente müssen natürlich ganz vorsichtig einfließen), hat man fast gewonnen.

Jedenfalls begann so der Aufbau meiner kleinen Aquarienanlage im Wohnzimmer. 1966 hatte ich eine Gelegenheit beim Schopfe ergriffen und mir zwei Aquarienrah- men 1,10 x 0,42 x 0,46 Meter gekauft und es gelang mir, 2,20 Meter der „Schauwand“ vom Fenster beginnend, in der neuen Wohnung zu sichern. Das war der Anfang der Hobbypflege im größeren Stil. Selbstverständlich braucht man für die Aquarien auch ein praktisches Gestell. Es wurde – für jedes Aquarium getrennt – von einem Spezialisten gebaut, der gleich die Möglichkeit zweier Zwischenfächer erkannte und die entsprechenden Zwischenfächer einschweißte. Die Zwischenfächer leer zu lassen, wäre nahezu frevelhaft, erklärte ich meiner verständnisvollen Ehehälfte, und so kamen noch zwanzig Plasteschalen mit je fünf Liter Wasserinhalt dazu – ideal geeignet für Eierlegende Zahnkarpfen. Nur gut, dass wir im Erdgeschoss wohnten, denn zusammen genommen ergeben sich beträchtliche Wassermassen. Glücklich ist der dran, der Versicherungsschutz „auch als Aquarianer“ genießt. Ganz nebenbei erwähnt: Wir wohnen jetzt mit der gleichen Anlage im vierten Stock und es geht auch.

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Ich glaube, die Mieter unter uns stehen größere Ängste aus, als wir selbst. Es bleibt den Hausmitbewohnern ja meist nicht lange verborgen, dass sich ein Aquarianer in unmittelbarer Nähe befindet. Wer schleppt schon eimerweise Wasser durchs Haus, trägt Wasserflöhe umher oder fährt sonntags in der Frühe mit eigenartigen „Angeln“ und Plastekanister, die mit dem Aufdruck „Senf“ beschriftet sind, durch die Land- schaft. Manchmal sind im Sommer auch zu viele Mücken im Keller oder es riecht etwas komisch – das liegt dann aber mehr am Wetter.

Doch zurück zu meiner Wohnzimmer-Anlage: Jeder Aquarianer ist gut beraten, wenn er versucht, seine Aquarien etwas zu verkleiden. Es gibt da zahlreiche Möglichkeiten. Nichts ist für das friedliche Zusammenleben der Familie schlechter als unsaubere Aquarien, verstaubte Deckscheiben, herumhängende Belüftungsschläuche oder Trockenfische auf dem Fußboden. Gerade der Fußboden wird von einem Aquarianer sehr stark beansprucht. Glücklich ist der, welcher einen wasserundurchlässigen Spannteppich sein eigen nennen darf, denn da kommt es auf ein paar Tropfen nicht so an. Bei Dielen oder gar Parkett sieht es da schon wesentlich finsterer aus.

Im Mittelpunkt aller Bemühungen stehen natürlich die Fische und auch die Wasser- pflanzen. Ein Schauaquarium wirkt nur dann gut, wenn dekorative Pflanzen die rich- tige Atmosphäre schaffen. Leider gibt es verschiedene Schicksalsschläge, die viel Kummer bringen. Besonders die „Blaualge“ kann sehr unangenehm werden – wenn sich alle lebenden Bestandteile eines Aquariums so rasend schnell vermehren würden wie diese anmutige „Alge“, dann hätte man schon ab und an Grund zu echter Freude.

So hat das also alles damals vor nunmehr fünfzig Jahren begonnen.

Klaus Breitfeld

Inhaltsangabe

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